“Wir können hier nicht anhalten, das ist Fledermausland.” Mit diesem Satz aus der Verfilmung von “Fear and Loathing in Las Vegas” ist der Name auf mich gekommen, der dieses Land bezeichnet: Fledermausland. Es ist das Land in dem man bleibt, wenn man früh Kinder bekommen hat und glaubt, in der Verlorenheit, aber dafür immerhin daheim, glücklich werden zu können. Es ist das Land aus dem man flieht, wenn man jung ist und noch was vor hat, aus dem man gehen muss, wenn man nicht zu den Übrig-Gebliebenen gehören will.
Hier lebt man zwischen verfallenden Häusern unter leeren, kalten Dachstühlen aus denen Fledermäuse flattern. Man muss die Verantwortung für den Zustand dieses Landes ablehnen, um es hier aushalten zu können. Und weil sich darum kaum jemand verantwortlich fühlt, manifestiert sich die Situation immer weiter. Da helfen selbstverständlich auch die wenigen Motivierten nicht, die es hier und da gibt, die entweder aus Eitelkeit handeln, oder nach kurzer Zeit von denjenigen, die aus Eitelkeit handeln, so ausgenutzt werden, dass sie ihre Bemühungen einstellen müssen, um nicht ihre ganze Zeit und Energie zu verschwenden. - Oder sie gehen irgendwann, wie die anderen, um nicht übrig zu bleiben.
Eine Stadt mit zwei Gesichtern liegt in diesem Land. Ein inneres Gesicht und ein äußeres. Das innere Gesicht mit seinen zusammengekniffenen Augen, die vor allem im Winter ihre Bewohner böse anstarren. Und das äußere Gesicht, mit den strahlenden Augen, mit dem sie zwinkernd, gerne in der Saison, Gäste zu betören sucht. Damit sie sich ein Zimmer nehmen für die Nacht; die Nacht im Fledermausland.
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