Archiv für die Kategorie ‘Dichtung’

Der Anfang für einen Roman

Samstag, 12. April 2008

Barbara spürte die warme, feuchte Scheiße auf ihrer Kopfhaut.

“Äh! Was ist das denn?!” Angewidert presste sie die Lippen zusammen und fasste sich in ihr pechschwarzes Haar. Verwundert über das plötzliche Ende ihres Kusses, nahm Kevin sein Gesicht nun von ihrem.

Da hörten sie beide zum ersten Mal das Flattern. Sie sahen in die Richtung, aus der es kam, und konnten die hautflüglige Attentäterin sehen, wie sie über den Teich dem Mond entgegen zuckte.

“Wir können hier nicht bleiben, das ist Fledermausland!”, sagte Barbara trocken und bestimmt.

Wenn sie zu diesem Zeitpunkt schon gewußt hätten, was ihnen noch bevor stand, hätten sie diesen Vorfall sicher als Warnung verstanden und den soeben von Barbara in seinen Grundzügen umrissenen Plan direkt zur Ausführung gebracht.

operation swarmer

Montag, 23. April 2007

manchmal bist du weise
weise wie die alten
niemand brauchst du dann
denn nichts wirst du behalten

manchmal rational
bist du nur der geist
genügt dir voll und ganz
was du fühlst und weißt

doch an allen tagen
und vor allem in den nächten
leuchtet dir ein andres licht
zu dem alle möchten

manchmal fliegst du mit den massen
um das rätselhafte licht
das dir alles gute scheint
das ist es aber nicht

wie du es umkreist
wirst du immer ärmer
wirst tot oder erschöpft
bist auch nur ein schwärmer

eine reise die größte

Mittwoch, 06. Juli 2005

hiss die blauen segel
der westwind weht seit heute
komm wir fahrn ans firmament
bis zur sonne
die rote wird grade steigen
eine andere sicht
wird sie uns zeigen
unsere träume
zu leben
sind bloß eine reise
die größte

liebes rätsel

Freitag, 17. Juni 2005

es ist ein süßer spuk
der mir die nacht vergiftet
denke ich an dich

es ist ein kleiner schrecken
der mich vor glück durchfährt
sehe ich dich an

es ist ein schöner wahnsinn
der meinen kopf zerwühlt
hör ich deine stimme

mir ist ein liebes rätsel
um was wohl mit dir ist
seit du in meinem leben bist

Der arme Heinrich

Donnerstag, 01. Januar 1970

Ein ritter so geleret was,
daz er an den buochen las,

[...]

Er las daz selbe maere,
wie ein herre waere
ze Swaben gesezzen:
an dem enwas vergezzen
deheiner der tugent
die ein ritter in siner jugent
ze vollem lobe haben sol.
man sprach do nieman also wol
in allen den landen.
er hete ze sinen handen
geburt unde richeit:
ouch was sin tugent vil breit.
swie ganz sin habe waere,
sin geburt unwandelbaere
und wol den vürsten gelich,
doch was er unnach also rich
der geburt und des guotes
so der eren und des muotes.

Sin name was gnuoc erkennelich:
er hiez der herre Heinrich
und was von Ouwe geborn.
sin herze hate versworn
valsch und alle dörperheit
und behielt ouch vaste den eit
staete unz an sin ende.
ane alle missewende
stuont sin ere und sin leben.
im was der rehte wunsch gegeben
von werltlichen eren:
die kunde er wol gemeren
mit aller hande reiner tugent.
er was ein bluome der jugent,
der werltvreude ein spiegelglas,
staeter triuwe ein adamas,
ein ganziu krone der zuht.
er was der nothaften vluht,
ein schilt siner mage,
der milte ein glichiu wage:
im enwart über noch gebrast.
er truoc den arbeitsamen last
der eren über rücke.
er was des rates brücke
und sanc vil wol von minnen.
alsus kunde er gewinnen
der werlte lop unde pris.
er was hövesch unde wis.