Mit ‘Anfang’ getaggte Artikel

Anfang für eine Erzählung

Montag, 02. Mai 2011

“Ich bin Lothar, der Maikäfer!” sagte der Maikäfer, der heute morgen, als ich aus unruhigen Träumen erwachte, bei mir auf der Bettkante saß.
Er ließ seine Beine in der Luft baumeln und musste wohl ein feines Gespür haben, für das Erstaunen, das unsere Begegnung bei mir auslöste. Mit sichtllichem Genuss hakte er frech nach: “Oder hast du Kafka nicht gelesen?”

(Nach einer Idee von Sascha Usison.)

Der Anfang für einen Roman

Samstag, 12. April 2008

Barbara spürte die warme, feuchte Scheiße auf ihrer Kopfhaut.

“Äh! Was ist das denn?!” Angewidert presste sie die Lippen zusammen und fasste sich in ihr pechschwarzes Haar. Verwundert über das plötzliche Ende ihres Kusses, nahm Kevin sein Gesicht nun von ihrem.

Da hörten sie beide zum ersten Mal das Flattern. Sie sahen in die Richtung, aus der es kam, und konnten die hautflüglige Attentäterin sehen, wie sie über den Teich dem Mond entgegen zuckte.

“Wir können hier nicht bleiben, das ist Fledermausland!”, sagte Barbara trocken und bestimmt.

Der arme Heinrich

Donnerstag, 23. Februar 2012

Ein ritter so geleret was,
daz er an den buochen las,

[...]

Er las daz selbe maere,
wie ein herre waere
ze Swaben gesezzen:
an dem enwas vergezzen
deheiner der tugent
die ein ritter in siner jugent
ze vollem lobe haben sol.
man sprach do nieman also wol
in allen den landen.
er hete ze sinen handen
geburt unde richeit:
ouch was sin tugent vil breit.
swie ganz sin habe waere,
sin geburt unwandelbaere
und wol den vürsten gelich,
doch was er unnach also rich
der geburt und des guotes
so der eren und des muotes.

Sin name was gnuoc erkennelich:
er hiez der herre Heinrich
und was von Ouwe geborn.
sin herze hate versworn
valsch und alle dörperheit
und behielt ouch vaste den eit
staete unz an sin ende.
ane alle missewende
stuont sin ere und sin leben.
im was der rehte wunsch gegeben
von werltlichen eren:
die kunde er wol gemeren
mit aller hande reiner tugent.
er was ein bluome der jugent,
der werltvreude ein spiegelglas,
staeter triuwe ein adamas,
ein ganziu krone der zuht.
er was der nothaften vluht,
ein schilt siner mage,
der milte ein glichiu wage:
im enwart über noch gebrast.
er truoc den arbeitsamen last
der eren über rücke.
er was des rates brücke
und sanc vil wol von minnen.
alsus kunde er gewinnen
der werlte lop unde pris.
er was hövesch unde wis.