Mit ‘Fledermausland’ getaggte Artikel

Der Anfang für einen Roman

Samstag, 12. April 2008

Barbara spürte die warme, feuchte Scheiße auf ihrer Kopfhaut.

“Äh! Was ist das denn?!” Angewidert presste sie die Lippen zusammen und fasste sich in ihr pechschwarzes Haar. Verwundert über das plötzliche Ende ihres Kusses, nahm Kevin sein Gesicht nun von ihrem.

Da hörten sie beide zum ersten Mal das Flattern. Sie sahen in die Richtung, aus der es kam, und konnten die hautflüglige Attentäterin sehen, wie sie über den Teich dem Mond entgegen zuckte.

“Wir können hier nicht bleiben, das ist Fledermausland!”, sagte Barbara trocken und bestimmt.

Wenn sie zu diesem Zeitpunkt schon gewußt hätten, was ihnen noch bevor stand, hätten sie diesen Vorfall sicher als Warnung verstanden und den soeben von Barbara in seinen Grundzügen umrissenen Plan direkt zur Ausführung gebracht.

Fledermausland

Dienstag, 11. März 2008

“Wir können hier nicht anhalten, das ist Fledermausland.” Mit diesem Satz aus der Verfilmung von “Fear and Loathing in Las Vegas” ist der Name auf mich gekommen, der dieses Land bezeichnet: Fledermausland. Es ist das Land in dem man bleibt, wenn man früh Kinder bekommen hat und glaubt, in der Verlorenheit, aber dafür immerhin daheim, glücklich werden zu können. Es ist das Land aus dem man flieht, wenn man jung ist und noch was vor hat, aus dem man gehen muss, wenn man nicht zu den Übrig-Gebliebenen gehören will.

Hier lebt man zwischen verfallenden Häusern unter leeren, kalten Dachstühlen aus denen Fledermäuse flattern. Man muss die Verantwortung für den Zustand dieses Landes ablehnen, um es hier aushalten zu können. Und weil sich darum kaum jemand verantwortlich fühlt, manifestiert sich die Situation immer weiter. Da helfen selbstverständlich auch die wenigen Motivierten nicht, die es hier und da gibt, die entweder aus Eitelkeit handeln, oder nach kurzer Zeit von denjenigen, die aus Eitelkeit handeln, so ausgenutzt werden, dass sie ihre Bemühungen einstellen müssen, um nicht ihre ganze Zeit und Energie zu verschwenden. - Oder sie gehen irgendwann, wie die anderen, um nicht übrig zu bleiben.

Eine Stadt mit zwei Gesichtern liegt in diesem Land. Ein inneres Gesicht und ein äußeres. Das innere Gesicht mit seinen zusammengekniffenen Augen, die vor allem im Winter ihre Bewohner böse anstarren. Und das äußere Gesicht, mit den strahlenden Augen, mit dem sie zwinkernd, gerne in der Saison, Gäste zu betören sucht. Damit sie sich ein Zimmer nehmen für die Nacht; die Nacht im Fledermausland.