Morphologie
1. Morphematische Betrachtungen
1.1. Was ist ein Morphem?
Ein Morphem ist die kleinste bedeutungstragende sprachliche Einheit.
Es besteht aus einer regelhaften Aneinanderreihung von Phonemen und trägt eine Bedeutung.
Das Morphem ist Bestandteil der ‘langue’.
Es gibt lexikalische Morpheme, die einen Inhalt haben (z.B. Haus); funktionale, die eine grammatische Bedeutung haben (z.B. komm-t) und Wortbildungsmorpheme (z.B. Be-haus-ung).
1.2. Wörter im Bezug auf morphematische Strukturen
Wörter bestehen aus einem oder mehreren Morphemen. Man unterscheidet Wörter morphologisch nach ihrer Zusammensetzung aus Morphemen.
1. Simplizia: Wörter, die aus einem (lexikalischen, d. h. wortfähigem) Morphem bestehe und zusätzlich noch über grammatische Morpheme verfügen können.
2. Derivatia: Wörter, die aus einem Kernmorphem und mindestens einem Wortbildungsmorphem bestehen. (Eventuell auch grammatische Morpheme.)
3. Komposita: Wörter, die aus mindestens zwei Kernmorphemen aufgebaut sind und zusätzlich auch Wortbildungsmorpheme und grammatische Morpheme aufweisen dürfen.
1.3. Lexikalische Funktion von Morphemen
Man kann die Gruppe der Morpheme in zwei Gruppen aufteilen: Eine, die lexikalisch ist (d.h. die in ihr enthaltenen Morpheme sind wortfähig), und die andere, die nicht lexikalisch ist. Dann ergibt sich folgendes Bild:
1. Wortfähige Morpheme
- Kernmorpheme
- Pronominalmorpheme
- Partikelmorpheme
2. Nicht wortfähige Morpheme
- Kernmorpheme
- Unikale Morpheme
- Derivationsmorpheme
- Flexionsmorpheme
2. Morphologische Betrachtung: Affixe
Zur Wortbildung können an ein Kernmorph (Wortstamm) Affixe gefügt werden.
1. Ein Präfix wird vor den Wortstamm gefügt.
2. Ein Suffix folgt dem Wortstamm.
3. Ein Infix ist zwischen einem Präfix und dem Wortstamm.
4. Ein Zirkumfix umschließt den Wortstamm vorne und hinten.