Sprachliche Einheiten
1. Phon, Phonem
Das Phon und das Phonem habe keine Bedeutung, nur eine sinnscheidende Funktion.
Das Phon ist Bestandteil der ‘parole’ (Real-Sprache; wirklich gesprochene Sprache).
Es ist die kleinste sprachliche Einheit und wird in seiner sinnscheidenden Funktion erkennbar. (Beispiel: ‘Muse’ und ‘Muße’ unterscheiden sich nur durch das stimmhafte ‘s’ [z] und das stimmlose ‘s’ [s], denn die Worte sind sonst gleich, also sind diese beiden akustischen Erscheinungen zwei unterschiedliche Phone.) Das heißt aber nicht, daß jedes Phon eine andere Bedeutung hat, denn: Viele Phone haben die gleiche Bedeutung, unterscheiden sich aber dennoch, weil sie von verschiedenen Personen und in verschiedenen Situationen gesprochen werden.
Alle Phone mit ähnlichen Merkmalen in der Art des Sprechens und der gleichen Funktion bilden zusammen ein Phonem.
Das Phonem ist Bestandteil der ‘langue’ (Idee-Sprache; Idee der Sprache).
2. Morph, Morphem
Das Morph und das Morphem sind die kleinsten sprachlichen bedeutungstragenden Einheiten.
Das Morph ist Bestandteil der ‘parole’.
Es besteht aus einer regelhaften Aneinanderreihung von Phonen und trägt eine Bedeutung. Das gleiche Verhältnis wie zwischen Phonen und Phonemen besteht auch zwischen Morphen und Morphemen; Morphe unterscheiden sich wegen ihrer individuellen kontextuellen Varianzen, aber bilden in ihrer gemeinsamen Ähnlichkeit in Klang und Bedeutung das Morphem.
Das Morphem ist Bestandteil der ‘langue’.
3. Wort; Lex (Wortform), Lexem (Wort)
Das Wort besteht entweder aus einem oder mehreren Morphen und ist durch gleichbleibenden Inhalt und Ausdruck, gleichbleibende Abfolge seiner Bausteine und dadurch, daß es innerhalb eines Satzes austauschbar und verschiebbar ist, ausgezeichnet.
Der Ausdruck ‘Wort’ wird meist für die Verbindung von Form (gehört zur ‘parole’) und Sinn (‘langue’) benutzt. Man unterscheidet, für präzisere Betrachtungen auch hier in zwei Namen.
Das Lex und das Lexem sind nach dem Morph und dem Morphem die nächstgrößeren bedeutungstragenden Einheiten der Sprache.
Das Lex ist Bestandteil der ‘parole’, das Lexem das der ‘langue’.
(Manchmal wird ‘Wort’ auch bedeutungsgleich mit Lexem verwandt, dann ist das Lex die Wortform. Diese beiden Benennungen können zu Verwechslungen führen.)
4. Satzteil (Syntagma)
Ein Satzteil ist zum Beispiel das Subjekt oder das Prädikat. Es kann aus nur einem Wort bestehen oder aus mehreren.
Beispiel: Wer mich weckt stirbt. Das Subjekt besteht hier aus drei Wörtern (‘Wer mich weckt’), das Prädikat aus einem Wort (‘stirbt’).
5. Satz
Ein Satz besteht mindestens aus einem Subjekt und einem Prädikat. Er muß etwas benennen und dem benannten etwas zuordnen.
6. Text
Ein Text hat einen Anfang und ein Ende. Er enthält Worte und/oder Sätze. Und er hat eine abgeschlossene Aussage.