Terminologie der Phonetik

Die Phonetik beschäftigt sich mit der ‘parole’-Seite von gesprochener Sprache, also mit den Phonen. (Mit den Phonemen beschäftigt sich die Phonemik.)

1. Konsonanten

1.1. Artikulationsorgane

Artikulationsorgane sind:

  • Die Lippen (labial)
  • Die Zähne (dental)
  • Der Zahndamm, direkt hinter den Zähnen (alveolar)
  • Der Gaumen: hart (palatal), weich (velar), Zäpfchen (uvular)
  • Die Zunge: Spitze (apikal), Zungenkranz (koronal), Zungenrücken (dorsal)
  • Rachenwand (pharyngal)
  • Glottis (glottal)

1.2. Artikulationsart

  • Verschlußlaut (Plosiv)
    Zwei Artikulationsorgane verschließen dem Luftstrom zunächst den Weg und lassen ihn dann schlagartig frei.
  • Engelaut (Spirant, Frikativ, Reibelaut)
    Zwei Artikulationsorgane bilden einen engen Spalt, durch den die Luft unter einem Reibegeräusch entweichen kann.
  • Nasallaut (Nasal)
    Der Mund wird verschlossen und das Gaumensegel geöffnet, so daß die Luft nur durch die Nase entweichen kann.
  • Laterallaut
    Luftstrom durch die Seiten der Mundhöhle [l]
  • Vibrationslaut (Vibrant)
    Ein bewegliches Artikulationsorgan schlägt, immer wieder verschließend und öffnend gegen einen unbeweglichen.
  • Affrikat
    Ein Affrikat entsteht durch die Aneinanderreihung von Plosiv- und Engelautbildung. [ts, pf]
  • Beispiel zur Anwendung:
    Betrachtet wird der Laut [z] z.B. in Suppe.
    Es handelt sich hier um einen Laut, der erzielt wird, indem die Zunge an den Zahndamm gelegt wird und die Luft durch die entstehende Enge entweicht, dabei entsteht ein Geräusch der Reibung. Gleichzeitig wird im Kehlkopf ein Ton erzeugt.
    Es handelt sich demnach um einen stimmhaften, alveolaren Frikativ.
    (Streng genommen einen koronal-alveolaren Frikativ, in den meisten Fällen wird aber nur das unbewegte Artikulationsorgan in der Bestimmung eines Lautes genannt.)

    2. Vokale

    2.1. Monophtonge

    Im wesentlichen artikulieren die Zunge, der Gaumen und die Lippen die Vokale.
    Die Faktoren, von denen abhängt, welcher Vokal entsteht, sind im folgenden:

    Die Lage der Zunge. (in Bezug auf den Gaumen)
    Entweder hoch, tief oder mittel (manchmal noch zusätzlich unterteilt in halbhoch und halbtief).
    Und entweder vorn, hinten oder zentral.

    Die Lippenform.
    Entweder gerundet oder nicht gerundet.

    Die Stellung des Gaumensegels, die bestimmt, ob Laute durch den Nasenraum (nasal) oder den Mund (oral) artikuliert werden.

    2.2. Diphtonge

    Diphtonge (im deutschen ‘ei’, ‘au’, ‘eu’) werden in ihrer Art der Artikulation genau so bestimmt wie Monophtonge. Allerdings wird darüber hinaus noch die gleitende Zungenstellung beschrieben.

    Beispiel für ‘ei’:
    Zunächst tiefe Zungenstellung, später dann hoch. Immer ist die Zunge vorn. Die Lippen sind ungerundet. Der Luftstrom entweicht durch den Mund. (Bei Vokalen des gegenwärtigen Deutsch ist letzteres ohnehin immer der Fall.)